Unterkirnach (via) Im Rahmen der Entlassfeier der Neuntklässler in der Schloßberghalle wurden auch die sechs Schülerinnen der Außenklasse der Carl-Orff Schule mit ihrer Lehrerin Elisabeth Lehmann verabschiedet. Die sechs Schülerinnen weilten seit vier Jahren in Unterkirnach . Das Integrationsprojekt war einmalig.

Die sechs Mädchen waren zuvor in der Grundschule in der Warenbergschule untergebracht, ehe sie zu Beginn des 5. Schuljahres nach Unterkirnach wechselten. Hier durften sie vier unbeschwerte Jahre verbringen. Zuerst mit ihrer Klassenlehrerin Sabine Krotz und seit einem Jahr mit Elisabeth Lehmann. Ihre Partnerklasse war die anfängliche Kombinationsklasse 5 und 6 mit ihrem Klassenlehrer Konrektor Martin Disch. Bei der Verabschiedungsfeier wurde mehrfach von vielen Seiten erwähnt, wie positiv man dieses Integrationsprojekt sah. Die Schüler haben in den ersten Jahren in mehreren Fächern zusammen gelernt. Im Sportunterricht ging man nicht nur zusammen ins Schwimmbad, sondern spielte auch in der Sporthalle. Im WAG Unterricht bastelte man oder backte oder kochte zusammen. Im WZG Unterricht wurden gemeinsame Themen punktuell behandelt und der Religionsunterricht wurde in Kooperation abgehalten. Außenklassen sind reguläre Klassen der Carl-Orff-Schule, welche in einer Regelschule untergebracht sind, um gemeinsamen Unterricht zu ermöglichen. Hierzu hat eine Außenklasse eine Partnerklasse der Regelschule, mit der sie stundenweise kooperiert. Dies findet vor allem in Fächern wie Bildende Kunst, Musik, Sport, Religion, Werken etc. statt. Die Schülerinnen der Carl-Orff-Schule werden dabei nach dem Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte unterrichtet. Die Regelschulklasse wird nach dem jeweiligen Bildungsplan (Grund- oder Hauptschulbildungsplan) unterrichtet.

In den Kulturtechniken findet der Unterricht getrennt statt, weshalb die Außenklasse immer auch ein eigenes Klassenzimmer in der Regelschule hat.
Die Schülerinnen der Außenklasse sowie die Schüler der Hauptschule unternahmen aber in den letzten Jahren viele gemeinsame Aktionen. Zusammen wurden Äpfel für die Apfelsaftaktion gesammelt, für Advents-, Weihnachtsmarkt und Schulfeste wurde gebacken und gebastelt. Meist standen die Schüler gemeinsam am Verkaufsstand wie beim Unterkirnacher Weihnachtsmarkt und verkauften die Kuchen. Die Klassen luden sich zum gemeinsamen Frühstück, Adventsfeiern, Grillnachmittage etc gegenseitig ein. Viele Wandertage und Ausflüge wurden gemeinsam geplant und durchgeführt. So übernachtete man in der Spechtlochhütte oder der Ausflug führte zum Klettergarten, zur Sommerrodelbahn, an den Bodensee, nach Freiburg oder ins Donautal. Immer hatten die Schüler viel Spaß miteinander. Höhepunkt war sicherlich der gemeinsame Landschulheimaufenthalt in Cuxhaven an der Nordsee. Beide Klassen profitierten von einander. Es war immer ein Geben und Nehmen. Die sozialen Kompetenzen, die im neuen Bildungsplan ausgeschrieben sind, waren ganz sicherlich keine Worthülsen. Toleranz und Akzeptanz des anderen standen im Mittelpunkt. In all den Jahren wurden die Schülerinnen der Außenklasse wohlwollend von den Mitschülern angenommen.

Jeder lernte vom anderen und auch im Bild der gemeinde waren sie verwurzelt, denn man ging im Einkaufsladen einkaufen und wohnte auch zwei Mal in einer Wohnanlage für eine Woche zusammen. Menschen mit einem Handycap wurden an der Schule so behandelt wie die ohne und das tat allen gut. Nun werden die Schülerinnen in die dreijährige Werkstufe kommen und da ist die Stammschule der bessere Platz. Sonderschul-Rektor Michael Fraas war eigens zur Verabschiedung nach Unterkirnach gekommen. Er griff nochmals die Bedeutung einer solchen Integrationsmaßnahme auf und bedankte sich bei Rektorin Gabriele Cernoch-Reich für die Gastfreundschaft. Zusammen mit dem Elternbeiratsvorsitzenden der Carl-Orff Schule Adalbert Mayer gab es für die Lehrer kleine Aufmerksamkeiten.

Für die Schule hatte man ein Bildcollage zusammengestellt, die die vierjährige Zeit dokumentieren, die man in Unterkirnach verbringen durfte. Die Entlassfeier der Neuntklässler wurde durch ein Gitarrenspiel und einen Regenschirmtanz von der Außenklasse mitgestaltet. Die Neuntklässler überreichten Abschiedsgeschenke. Tanni und Quelline wurden jedem Schüler sowie Frau Krotz und Frau Lehmann überreicht. Aber auch die Schülerinnen verabschiedeten sich sehr eindrucksvoll. Sie hatten mit Hilfe einer Power Point Präsentation ihre Erinnerungen und Wünsche zusammengefasst. Eindringlich wurde es jedem im Saal bewusst, was für eine Bereicherung sie für die Schule waren. Jede Schülerin hatte einen mannshohen Ast bemalt, die nun als kleine Kunstwerke in der Schule als Erinnerung stehen bleiben.
Martin Disch brachte es in seiner Ansprache deutlich zum Ausdruck: "Ihr habt einen bleibenden Platz in unserem Herzen. Wir werden euch nie vergessen"

Bild 1: Mit einem beeindruckenden Regenschirmtanz trugen die sechs Schülerinnen der Außenklasse zum Gelingen der Entlassfeier bei, in dessen Rahmen sie auch verabschiedet wurden. Im nächsten Schuljahr besuchen sie die Werkstufe an der Carl-Orff Schule.

Bild 2: Sonderschulrektor Michael Fraas von der Carl-Orff Schule (Mitte) bedankt sich zusammen mit seinem Elternbeiratsvorsitzenden Adalbert Mayer bei Rektorin Gabriele Cernoch-Reich für die vierjährige Gastfreundschaft, die seine sechs Mädchen und deren Lehrerinnen an der Roggenbachschule erfahren durften, mit einer Bildcollage.

Info:
Die Carl-Orff-Schule hat zwei Außenklassen. Eine Unterstufenklasse an der Grundschule am Warenberg in Villingen und eine Mittelstufenklasse an der Roggenbachschule in Unterkirnach.